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klecks 1/2014

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klecks bietet Eltern und Erziehern das komplette Themenspektrum von Pädagogik bis Psychologie, von Gesundheit über Reisen bis hin zu Spieletipps und Veranstaltungsempfehlungen. klecks erscheint zwei Mal im Jahr.

Schwerpunkt Pikler |

Schwerpunkt Pikler | Text: Gabriele Strasser | Fotos: Mani Wollner Warum eigentlich ... ist uns die Pikler-Pädagogik so wichtig? Im Zusammenhang mit Kleinkindpädagogik stößt man immer wieder auf den Namen Emmi Pikler – so auch in unseren pme Lernwelten. Ist das die neueste Mode in der Pädagogik, werden sich manche fragen? Aber davon kann keine Rede sein: Die Kleinkindpädagogik nach Emmi Pikler nahm bereits in den 1940er Jahren ihren Anfang. Und ist heute moderner als je zuvor. Was das Überzeugende an diesem Konzept ist, schildert Claudia Weber vom pme Familienservice Hamburg: Claudia Weber arbeitet seit mehr als elf Jahren beim pme Familienservice als Referentin für Kleinkindpädagogik und im Kita- und Veranstaltungsmanagement. Sie ist staatlich anerkannte Erzieherin und Heilpädagogin mit Zusatzausbildung in Tanz und Körperarbeit. Emmi Pikler war davon überzeugt, dass schon Säuglinge und Kleinstkinder als Individuen wahrgenommen und in ihren Kompetenzen gestärkt werden sollen. Wenn ich ein Kind zu etwas dränge oder ihm helfe, nehme ich ihm das eigene Erfolgserlebnis. Lernt das Kind beispielsweise eigenständig und ohne fremde Hilfe das Stehen, gibt ihm das die notwendige Sicherheit, laufen zu lernen. Dieses echte Selbstbewusstsein ist eine gute Grundlage für alle weiteren Lernschritte. In unseren Lernwelten erleben wir, dass die Kinder viel und ausdauernd ausprobieren. Wir trauen den Kinder Eigenes zu: So entwickeln sie schnell ein Gefühl für ihre Möglichkeiten und Grenzen und sind weniger abhängig von unserem Eingreifen. Das gibt uns mehr Zeit, das Kind individuell zu beobachten und es dort zu unterstützen, wo es gerade „spielt“. Es ist ein wahres Vergnügen mitzuerleben, mit welcher Neugier, Ausdauer und Freude schon die Kleinsten aus sich heraus neue Herausforderungen angehen und ohne Zutun des Erwachsenen ihre Schritte in die große weite Welt machen. Raus aus den Puschen: Bewegungserziehung nach Pikler/Hengstenberg Wir regen die Kinder an, auf alle erdenklichen Arten „in Bewegung zu kommen“. Dabei verwenden wir spezielle Holzspielgeräte, die von Elfriede Hengstenberg entwickelt wurden: Leitern, schiefe Ebenen oder Podeste, an denen sich die Kinder frei nach ihrem eigenen Entwicklungsstand bewegen und erproben können. In allen Lebensbereichen: laufen lernen, essen, wickeln.... Bei der Pikler-Pädagogik geht es nicht nur um Bewegung. Das Prinzip gilt für die verschiedensten Alltagssituationen, zum Beispiel das Essen: Wir verteilen das Essen nicht auf die Teller, sondern lassen das Kind selbst wählen, was und wie viel es essen möchte. Ein Säugling fördert sich selbst von früh bis spät Die Kinder nehmen sich selbstständig, schütteln und rühren und entscheiden selbst, ob sie noch mit den Fingern oder schon mit dem Löffel essen möchten. Hier hat sich die sogenannte Zwei- Löffel-Methode bewährt: Das Kind und der Erwachsene haben jeweils einen Löffel – so kann der Erwachsene das Kind füttern, und das Kind kann gleichzeitig mit seinem Löffel experimentieren. Beim Wickeln lassen wir das Kind selbst entscheiden, ob es sitzen oder liegen will, und ermutigen es, mitzuhelfen: ‚Willst du mir deinen Arm geben?’. 18

Wir unterstützen jedes Kind in seiner Individualität Ganz oben! Erfolgserlebnisse ohne fremde Hilfe 19

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