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klecks 1/2014

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klecks bietet Eltern und Erziehern das komplette Themenspektrum von Pädagogik bis Psychologie, von Gesundheit über Reisen bis hin zu Spieletipps und Veranstaltungsempfehlungen. klecks erscheint zwei Mal im Jahr.

Immer mehr Pädagogen

Immer mehr Pädagogen sprechen sich gegen eine “Diktatur des Tagesablaufs” in Kitas aus und empfehlen mehr Raum für individuelle Lern- und Lebenserfahrungen zu geben.

Text: Gabriele Strasser und Margit Werner DEN DRUCK RAUSNEHMEN KINDER BRAUCHEN ZEIT Wie erhalten wir in schnelllebigen Zeiten die pädagogische Qualität unserer Einrichtungen? Zu dieser Frage tauschten sich am 11. Juli 2014 über 85 unserer Erzieherinnen und Erzieher beim pädagogischen Fachtag in Stuttgart aus. Die Schnelllebigkeit macht auch vor der Kita-Tür nicht halt: Diese Erfahrung machen wir täglich in unseren Kindertagesstätten. Muss sich der pädagogische Alltag dann auch schneller drehen, oder haben Pädagogen einen besonderen Auftrag, zum Wohl der Kinder für Entschleunigung zu sorgen? Geht es darum – im Zuge der Vorbereitung auf die Schule und das Leben –, Kinder dabei zu unterstützen, einen getakteten Tag durchzustehen, oder können wir es uns leisten, die Kinder ohne Stundenplan Erfahrungen machen zu lassen und auf ihre selbstbestimmte Entwicklung zu vertrauen? GEGEN DIE „DIKTATUR DES TAGESABLAUFS“ Dr. Gabriele Haug-Schnabel, Verhaltensbiologin mit jahrzehntelanger Forschungserfahrung im Kita-Bereich, bezog in ihrem Vortrag zu Beginn des Fachtages ganz klar Position dazu, Kindern Zeit und Möglichkeit für ihre individuellen Entwicklungsschritte zu geben. Sie sprach sich gegen eine „Diktatur des Tagesablaufs“ aus und riet den Pädagoginnen dringend, den Alltag und seine routinierten Abläufe kritisch zu hinterfragen und den Lern- und Lebenserfahrungen der Kinder möglichst viel Raum zu geben. Unerlässlich dabei sei die Kooperation der Eltern. Sie sollten Verständnis dafür haben, dass ein Kita-Ausflug mal ein paar Minuten länger dauern könne als geplant, und ihre Kinder terminlich nicht überfrachten. Um den Kita-Alltag zu entschleunigen, müssen Mütter und Väter darauf vertrauen, dass in der Kita Lernerfolge geschehen – auch wenn das Wochenprogramm mal nicht eingehalten werden kann, zum Beispiel weil es im Garten gerade so viele Regenwürmer gibt, für die die Kinder Grashäuser bauen wollen. ANREGENDER MIX AUS VORTRÄGEN, DISKUSSIONEN UND WORKSHOPS In Workshops am Nachmittag ging es um die Herausforderung, wie die Qualität der Kinderbetreuung in schnelllebigen Zeiten weiterentwickelt werden kann: Infans-Multiplikatorin Jutta Reiser diskutierte in ihrem Workshop „Von der Macherin zur Möglichmacherin“, wie kindliche Bildungsprozesse in der Kita und individuelle Interessen der Kinder bestmöglich unterstützt werden können. Nils Hofert, pme Lernwelten-Fachberater und Personalentwickler, stellte im Workshop „Komm mit, lauf weg“ die Frage, wie Teams in schnelllebigen Zeiten konstruktiv, offen und wertschätzend miteinander arbeiten können. Mit Hilfe des „Energie-Modells“ nach Prof. Stark wurden Handlungsspielräume ermittelt, um Stress und Herausforderungen gut zu meistern. Frau Dr. Haug-Schnabel stellte in ihrem Workshop „Grenzen der Flexibilität“ aktuelle Ergebnisse zu Chancen, Risiken und Qualitätsvoraussetzungen für verschiedene Formen der flexiblen Betreuung vor. Dieser abwechslungsreiche Mix aus Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen und ausgezeichnetem schwäbischen Catering gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern neue Impulse für ihre tägliche Arbeit und motivierte sie, weiterhin mit voller Kraft an einem verlässlichen und anregenden Lernumfeld für unsere Kinder und Familien zu arbeiten. BUCHTIPP: Das Buch „Grundlagen der Entwicklungspsychologie. Die ersten 10 Lebensjahre“ von Gabriele Haug-Schnabel und Joachim Bensel richtet sich in erster Linie an Eltern und ist ein guter Einstieg in das spannende Thema Entwicklungspsychologie. Es beschreibt verständlich und hilfreich die Entwicklung von Kindern in verschiedenen Bereichen – von Motorik über Sozialkompetenz bis zur Sprache. Alle wichtigen Wachstumsstufen wie Fremdeln, Trotzphase, Sauberkeitserziehung oder Schulfähigkeit werden angesprochen. Erschienen ist das Buch im Herder Verlag. 43

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