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klecks 1/2015

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In dieser Ausgabe liegt der Schwerpunkt auf dem Thema Mehrsprachigkeit. Lesen Sie, auf welche verschiedenen Arten Kinder in unseren Lernwelten mit anderen Sprachen in Berührung kommen und mit welcher Freude und Begeisterung sie dabei sind. Unsere Erzieherinnen und Erzieher stellen uns ihre Muttersprachen vor und lassen sich beim „Sprachbad" und beim „Englisch spielen" über die Schulter schauen. In jedem klecks geben wir zudem Tipps aus unserer pädagogischen Arbeit weiter: Diesmal gibt die angehende Naturpädagogin und Erzieherin Mandy Großheim Tipps für Naturerlebnisse mit Kindern. Dazu kommen Spielzeug- und Buchempfehlungen, Wissenswertes für Berufstätige, Veranstaltungshinweise und vieles mehr.

Schwerpunkt

Schwerpunkt Mehrsprachigkeit Good Morning, liebe Sonne! Text: Isabel Hempel Mit unterschiedlichen Konzepten werden schon Krippenkinder in den pme-Einrichtungen mit der englischen Sprache vertraut gemacht – ohne Zwang und mit viel Spaß. pme-Kita sternchen Werk, Berlin: Emma sitzt im Garten in der Schaukel und weiß nicht recht, was sie will. „Would you like to swing?“, fragt Kindheitspädagogin Anja Hischer. „Ja“, antwortet Emma, aber irgendwie gefällt es ihr nicht. Sie weint. „Ok, would you like to get out and take my hand?“. „Ja“, antwortet das 18 Monate alte Mädchen. Anja hebt sie aus der Schaukel und nimmt sie an der Hand. Nun ist Emma zufrieden. Emma und Anja kennen sich, seit Emma im Alter von nur acht Wochen in Anjas Krippengruppe der „sternchen“ kam, die der pme Familienservice im Auftrag des Motorenherstellers Daimler in Berlin betreibt. Von Anfang an spricht Anja nur Englisch mit Emma und den anderen Schützlingen in ihrer Gruppe. Eine zweite Erzieherin spricht Deutsch. „Die Kinder antworten mir meistens in Deutsch“, erzählt die 42-jährige Berlinerin, die ihre Englischkenntnisse während ihrer Zeit als Au-pair in den USA erworben hat. „Sie wissen, dass ich sie verstehe – ich bleibe aber konsequent beim Englischen, wenn ich mit ihnen spreche“. Die Kinder „baden“ in der Sprache Dass ihre Bezugspersonen in der Krippe verschiedene Sprachen sprechen, ist für die Kinder normal. „Bei der Eingewöhnung sind sie oft ein wenig irritiert. Aber das verliert sich nach kurzer Zeit“, sagt Martina Bading, Leiterin der sternchen-Kita, und erklärt: „Wir arbeiten nach dem Konzept der Immersion. Der Begriff bedeutet so viel wie ‚Sprachbad’. Die Kinder baden sozusagen in der englischen Sprache. Sie wird als natürlicher Bestandteil des Alltags erlebt und quasi beiläufig erworben“. 12

Kinder lernen anders Dabei hilft vor allem die emotionale Nähe zu den Englisch sprechenden Betreuungspersonen. „Spracherwerb verstehen wir zuallererst als Beziehungsarbeit“, sagt Bading. „Gerade ganz junge Kinder haben ein intuitives Verständnis für Sprache und können von Anfang an alles verstehen. Wir wollen das fördern. Die Kinder wachsen hier nicht zweisprachig auf, aber sie gewinnen Verständnis und Offenheit gegenüber fremden Sprachen“. pme Florakinder, Köln: Der zweijährige David küsst Teddys Nase. Teddy antwortet mit einer Umarmung. „Give me a big hug!“, sagt Erzieherin Adriana Mozigemba, die in die Rolle von Teddy geschlüpft ist. Nun werden auch alle anderen Kinder im Sitzkreis von Teddy begrüßt. Teddy ist Kinder wollen kommunizieren Im Gegensatz zu Erwachsenen lernen Kinder eine Sprache unbewusst und vor allem über das Hören. Das Ziel eines Kindes ist es nicht, eine Sprache zu lernen, sondern sich mit seiner Umgebung austauschen und kommunizieren zu können. Kinder brauchen positive Anreize Werden einem Kind viele positive Anreize geboten, lernt es schneller und besser. So ist es beispielsweise günstig, wenn neben dem Sprechen auch viel Wert auf Singen und andere begleitende Ausdrucksmöglichkeiten wie Fingerspiele oder Kreisspiele gelegt wird. Die Entwicklung einer Sprache beeinflusst die andere Lernt ein Kind in einer Sprache etwas, beispielsweise Reime, Wörter oder Geschichten, kann dies auch von Vorteil für eine andere Sprache sein. Das Kind wird nämlich versuchen, ähnliche Fortschritte auch in der zweiten Sprache zu machen. Sprachen lernen – im Kita-Alter kinderleicht! Beim Spracherwerb werden die zuständigen Hirnwindungen zu einem neuronalen Netz „verdrahtet“, das immer dann aktiv wird, wenn es um Sprache geht. Wer erst später im Leben eine Fremdsprache lernt, muss dafür ein separates Netz aufbauen. Kinder sind jedoch auch noch im Kita-Alter in der Lage, eine zweite Sprache nahezu mühelos zu lernen und in dasselbe neuronale Netz zu integrieren – sagt die Wissenschaft. Es rappelt in der Kiste: Teddy und Daisy wohnen im Karton 1. Fachtag der bilingualen Einrichtungen Am 5. Mai 2015 in der Kita „Kleine Wolkenstürmer“ in Bonn Bei unserem ersten Fachtag für alle bilingualen Einrichtungen wollen wir uns intensiv mit dem Thema „Früher Fremdsprachenerwerb“ auseinandersetzen und die Vernetzung und den Austausch unserer bilingualen Einrichtungen fördern. Namhafte Experten stellen den aktuellen Stand der Forschung vor und geben Impulse für die optimale Weiterentwicklung der Lernbedingungen für die Kinder. 13

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