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klecks 1/2015

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In dieser Ausgabe liegt der Schwerpunkt auf dem Thema Mehrsprachigkeit. Lesen Sie, auf welche verschiedenen Arten Kinder in unseren Lernwelten mit anderen Sprachen in Berührung kommen und mit welcher Freude und Begeisterung sie dabei sind. Unsere Erzieherinnen und Erzieher stellen uns ihre Muttersprachen vor und lassen sich beim „Sprachbad" und beim „Englisch spielen" über die Schulter schauen. In jedem klecks geben wir zudem Tipps aus unserer pädagogischen Arbeit weiter: Diesmal gibt die angehende Naturpädagogin und Erzieherin Mandy Großheim Tipps für Naturerlebnisse mit Kindern. Dazu kommen Spielzeug- und Buchempfehlungen, Wissenswertes für Berufstätige, Veranstaltungshinweise und vieles mehr.

Schwerpunkt

Schwerpunkt Mehrsprachigkeit ein handgefertigter, kleiner Bär. Zusammen mit Puppe Daisy besucht er mindestens einmal in der Woche die Kinder der pme-Krippe Florakinder in Köln. Teddy und Daisy sprechen nur Englisch. Heute ist „Yellow-Day“ Sie erzählen kleine Alltagsgeschichten, singen zusammen mit den Kindern englische Lieder und Reime, mit ihnen wird getanzt, geklatscht, gekuschelt. Manchmal steht ein Wort im Mittelpunkt, dann ist zum Beispiel „Yellow-Day“, und Teddy und Daisy bringen gelbe Tücher, Bausteine oder Farbstifte mit. Klar ist, dass in Köln auch mit Teddy und Daisy Fasching gefeiert wird – eine Partytröte, ein Sheriffstern samt Hut für Teddy und ein Prinzessinnenkleid für Daisy gibt es bei den Florakindern. „Es geht vor allem darum, die Herzen der Kinder zu öffnen und ihnen eine schöne Zeit zu bescheren – und ganz nebenbei werden sie aufgeschlossen für eine fremde Sprache“, erklärt ToyTalk-Erfinder Paul Lindsay das Konzept der englischsprachigen Puppen, das in vielen pme-Einrichtungen umgesetzt wird. „Wir arbeiten dabei weniger über den Kopf als über Musik, Bewegung und Kommunikation – über die Sinne eben. Wichtig ist der Spaß an der Sache und dass die Kinder auf der emotionalen Ebene angesprochen werden.“ (siehe Interview auf Seite 15) Englisch sprechende Bezugspersonen oder ToyTalk mit Teddy und Daisy – beide Konzepte gehen auf. „Englisch ist ein Teil in unserem Bildungskonzept, das sich ‚Literacy’ nennt. Es geht dabei vor allem darum, die Vielfalt sprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten kennenzulernen“, sagt Margit Werner, Leiterin der pme Lernwelten. „Englisch als Weltsprache verbindet uns alle. Deswegen steht sie im Mittelpunkt in unseren Einrichtungen. Aber auch andere Sprachen begleiten uns im Kita-Alltag schon allein dadurch, dass unsere Erzieherinnen und Erzieher, aber vor allem auch unsere Kinder von Haus aus noch viele andere Sprachen sprechen“. Die sternchen-Kinder in Berlin singen zum Beispiel das Lied „Guten Morgen, liebe Sonne“ im Morgenkreis auch auf Türkisch, Spanisch, Schwedisch oder Französisch. „Ich habe schon gesleept!“ Da kann es schon mal vorkommen, dass die kleinen Sprechanfänger Sprachen miteinander vermischen und neue Satzschöpfungen entstehen. sternchen-Pädagogin Anja Hischer notiert die schönsten Sprechkreationen – die in Fachkreisen Code-Switching genannt werden – in einem kleinen Buch. „Ich habe schon gesleept“ oder „Ich möchte auch more bread“ stehen darin. „Es geht in diesem Alter nicht darum, druck- Sprache auch im Studium oder bei Auslandsaufenthalten erworben haben“, ergänzt Margit Werner. „Natürlich arbeiten wir auch mit Native Speakern, vorausgesetzt, ihre Ausbildung entspricht unseren pädagogischen Standards“. Die Lernwelten-Einrichtungen des pme Familienservice verstehen sich nicht per se als bilinguale Einrichtungen. Aufgeschlossen für alle Herkunftssprachen der Kinder und Familien, gehen sie über das Konzept der Zweisprachigkeit hinaus. Margit Werner drückt es so aus: „Sprachlicher Vielfalt in der Kita mit Respekt und Wertschätzung begegnen: Meiner Meinung nach kann man Kinder auf das Zusammenleben in einer bunten und diversen Gesellschaft nicht besser vorbereiten!“. Englischsprachiger Besuch: Die Kinder lieben Teddy und Daisy reife Sätze zu formulieren, sondern zu lernen, sich auszudrücken und verständlich zu machen“, sagt Margit Werner. Um in den pme-Einrichtungen Englisch zu sprechen, müssen die Erzieherinnen und Erzieher keine Muttersprachler sein. „Für uns zählt in erster Linie die pädagogische Qualifikation. Sie können die englische 14

Wie fuhlt sich Englisch im Mund an?Text: Gabi Strasser „Wir lernen nicht Englisch, wir spielen Englisch“, sagt Paul Lindsay. Der aus Irland stammende Musiker und Englischlehrer hat zusammen mit dem pme Familienservice „ToyTalk mit Teddy und Daisy“ speziell für Kinder bis vier Jahre entwickelt. In vielen pme-Einrichtungen lernen mit dem Programm schon Krippenkinder die englische Sprache kennen und lieben. Wie das funktioniert, erklärt der ToyTalk-Erfinder im Interview. Wie ist ToyTalk entstanden? Paul Lindsay: Vor vielen Jahren habe ich in einem Unternehmen Englisch unterrichtet. Einer meiner Schüler fragte mich, ob ich nicht auch in der Grundschulklasse seiner Tochter Englischunterricht geben könnte. Er selbst hatte in der Schule große Probleme mit dem Fach Englisch und wollte seiner Tochter negative Erfahrungen ersparen. Ich fand die Idee sehr interessant und ließ mich darauf ein. Am Anfang fiel es mir schwer, die Aufmerksamkeit der Kinder auf mich zu lenken – bis ich einfach die Tische weggeschoben und mit den Kindern gesungen habe. Das war die Initialzündung für mein Programm „Annie und Alex“. Zum pme Familienservice kam ich schließlich über Margit Werner, die die pme Lernwelten leitet: Ihr Sohn kannte „Annie und Alex“ aus seiner Kita und war davon so begeistert, dass er die CD ständig zu Hause hören wollte. Was passiert bei ToyTalk? Paul Lindsay: ToyTalk ist eine Geschichte, die fortlaufend gemeinsam mit den Kindern weitererzählt wird. Die Geschichten dauern je nach Konzentrationsfähigkeit der Kinder zehn bis 25 Minuten und finden in der Regel einmal pro Woche statt. Im Mittelpunkt stehen die Puppe Daisy und der Bär Teddy, die in der ToyTalk-Box wohnen und von den Erzieherinnen und Erziehern zum Leben erweckt werden. Es beginnt immer damit, dass die Kinder Teddy mit dem ToyTalk- Lied aufwecken. Teddy ist eher faul und schläft sehr gerne. Daisy hingegen ist eine „Macherin“, von der sich auch Teddy gerne mitreißen lässt – und die Kinder natürlich auch. In der ToyTalk- Box gibt es immer interessante Sachen zu entdecken, die die Kinder aus ihrem Alltag kennen, zum Beispiel einen Schnuller, einen Regenschirm oder Postkarten aus aller Welt. Damit spielen die Kinder dann gemeinsam, was in einem kleinen englischen Lied mündet. Paul Lindsay ist in Belfast aufgewachsen und lebt seit 30 Jahren in Deutschland. Der Musiker und Englischlehrer hat Toy- Talk zusammen mit dem pme Familienservice entwickelt und bietet regelmäßig Fortbildungen für die Teammitglieder der Lernwelten an. "Mit ToyTalk wollen wir die Herzen fur Englisch offnen.“ Gemeinsam mit anderen Familienservice- Mitarbeiterinnen haben wir „ToyTalk mit Teddy und Daisy“ entwickelt, das speziell auf Kinder bis vier Jahre zugeschnitten ist. Eine feste Handlung ist für die Kinder wichtig. Kinder lieben Rituale und merken auch sofort, wenn etwas im Ablauf verändert oder weggelassen wird. Außerdem binden die Erzieherinnen und Erzieher ToyTalk in Alltagssituationen ein – da wird dann beispielswei- 15

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