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klecks 1/2015

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In dieser Ausgabe liegt der Schwerpunkt auf dem Thema Mehrsprachigkeit. Lesen Sie, auf welche verschiedenen Arten Kinder in unseren Lernwelten mit anderen Sprachen in Berührung kommen und mit welcher Freude und Begeisterung sie dabei sind. Unsere Erzieherinnen und Erzieher stellen uns ihre Muttersprachen vor und lassen sich beim „Sprachbad" und beim „Englisch spielen" über die Schulter schauen. In jedem klecks geben wir zudem Tipps aus unserer pädagogischen Arbeit weiter: Diesmal gibt die angehende Naturpädagogin und Erzieherin Mandy Großheim Tipps für Naturerlebnisse mit Kindern. Dazu kommen Spielzeug- und Buchempfehlungen, Wissenswertes für Berufstätige, Veranstaltungshinweise und vieles mehr.

Gut vernetzt und sehr

Gut vernetzt und sehr bewegt Woran mein Herz hängt: Kleine Kita & hohe Berge Text und Fotos: Stefanie Schlaich 32 Aaah, Sonne! Stefanie in luftigen Höhen

Steinige Wege, schmale Pfade: Wenn andere ihren Urlaub im Liegestuhl verbringen, kraxelt Erzieherin Stefanie Schlaich durch die Dolomiten. Sie findet dort Glück – und Inspiration für ihren Beruf. Für klecks berichtet sie von ihrer Leidenschaft Der Lohn der Mühen: ein Bad im kühlen See Die Arbeit mit unseren zehn Kindern im Sperlings-Nest ist für mich mehr als ein Job: Sie ist Berufung und erweiterte Familie! Doch neben meinem Kita-Alltag gibt es ein weiteres großes Thema, das mein Herz berührt: die Südtiroler Bergwelt. Was aber treibt mich immer wieder auf den Berg? Man könnte seine Freizeit ja auch gemütlicher gestalten. Doch diese ganz bestimmte Faszination erlebe ich nur, wenn ich die Natur so unmittelbar wie in den Bergen erfahre. Der „Problemrucksack“ leert sich Es gibt so vieles, was mich immer wieder in die Dolomiten zieht: Jedes Mal freue ich mich auf die Gastfreundlichkeit der Ladiner, einer kleinen sprachlichen Minderheit mit eigenen kulturellen Traditionen in Südtirol. Die hochalpine Landschaft wird nie langweilig, und es ist immer wieder spannend, die eigene Kraft auszuloten, schweißtreibende Anstiege zu meistern, bei ausgesetzten Abschnitten die Angst zu überwinden und am Ende glücklich auf einem Gipfel oder Berggrat zu stehen! Meist vergesse ich mich beim Kraxeln selbst, nehme um mich herum nur die intensive Schönheit der schroffen Bergflanken, der grünen Almwiesen, der karstigen Hochgebirgsflächen wahr und erfreue mich an Tieren wie den allgegenwärtigen Dohlen, an schönen Felsformationen und interessanten Pflanzen. In dieser erwanderten Stille leert sich mein kleiner „Problemrucksack“ in kürzester Zeit. Mir wird wieder klar, dass wir Menschen eigentlich nicht so viel brauchen, wie wir denken – wohl aber, wie wichtig direkte Naturerlebnisse zur eigenen Selbstvergewisserung und Erholung sind. Auch Grenzerfahrungen gehören dazu Manchmal wird allerdings aus einer „willkommenen Strapaze“ eine echte Herausforderung – wie bei einer Tour in der Brenta. Bei Sonnenschein gingen mein Mann und ich los, bis zu einer Art Canyon, und in einem großen Bogen auf der anderen Seite wieder zurück. Unser bis dahin gut begehbarer Höhenweg wurde aus uns unerfindlichen Gründen immer schmaler – im Tourenführer war davon keine Rede gewesen –, und die berüchtigten Brenta-Nebelschwaden zogen auf. Plötzlich standen wir vor einem langgezogenen Felsband, neben dem ein steiler Abgrund gähnte. Wir mussten uns entscheiden – entweder den langen Weg wieder zurückgehen oder unseren ganzen Mut zusammennehmen. Wir entschieden uns für die mutige Variante: Mit weichen Knien kletterten und rutschten wir sehr langsam auf dem Felsband entlang, eine Hand immer am Seil. Bei Sonnenuntergang kamen wir nach einer neunstündigen Tour erschöpft, aber heil und glücklich wieder im Tal an. Selten haben wir uns so über einen fahrbaren Untersatz gefreut, der uns bequem zu unserer Unterkunft brachte, und über unsere gemütlichen Betten. Diese Grenzsituation war eine echte Herausforderung. Aber danach waren wir „stolz wie Bolle“, das Abenteuer bewältigt zu haben. Kinder brauchen Abenteuer! Bei unseren Bergurlauben denke ich oft an unsere Kinder im Sperlings-Nest: Auch sie haben großen Spaß an Bewegung in der Natur und brauchen kleine körperliche Herausforderungen. Das ermöglichen wir ihnen, so oft es geht und bei jedem Wetter: Im geschützten, naturnahen Gelände dürfen die Kinder selbst bestimmen, welchen Weg sie laufen, klettern oder krabbeln wollen. Ich lasse mich auf das Tempo und die Interessen der Kinder ein und entdecke gemeinsam mit ihnen immer neue kleine Abenteuer: ein niedriges Mäuerchen, das man erklimmen und über das man balancieren kann, eine Pfütze, durch die man waten kann, eine hochgewachsene Wiese, durch die sich die Kinder einen Weg bahnen – solche Erfahrungen sind immer wieder spannend für die Kinder und stärken ihre Selbstwahrnehmung und ihr Selbstbewusstsein! Stefanie Schlaich ist Erzieherin und Leitungskraft im Karlsruher Sperlings-Nest 33

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