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klecks 1/2016

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klecks bietet Eltern und Erziehern das komplette Themenspektrum von Pädagogik bis Psychologie, von Gesundheit über Reisen bis hin zu Spieletipps und Veranstaltungsempfehlungen. klecks erscheint zwei Mal im Jahr und liegt in unseren pme-Kitas, Standorten und Filialen für alle Eltern & Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenfrei aus.

Schwerpunkt:

Schwerpunkt: Tiergestützte Pädagogik | Text: Birgit Schlepütz Motivator auf vier Pfoten Lotta, die Kita-Hündin aus Gütersloh Lotta ist klein, hat hellbraune Löckchen und vier Beine – und ist bei den Adventure Kids in Gütersloh beinahe eine zusätzliche Erzieherin. Kein Wunder, schließlich ist die Cockerpoo-Hündin ein zertifizierter pädagogischer Begleithund. Tierische Unterstützung Auf dem Boden sind die Karten eines Memory-Spiels verteilt. Nacheinander suchen die Kinder der Gruppe „Treasure Island“ nach Bilderpaaren. Was gar nicht so einfach ist, denn das Motiv ist immer dasselbe: Lotta, die Kita-Hündin. Mal sitzt sie, mal gibt sie Pfötchen, mal liegt sie im Korb. Was Hunde eben so machen. Dann deckt Dave eine sitzende „doppelte Lotta“ auf. Erziehern Karina Swonke zeigt ihm das Zeichen für „Sitz“, und er probiert es bei Lotta aus. Dann strahlt er. Der Hund ist seinem Zeichen gefolgt. Auch Karina Swonke freut sich: „Dave hat gerade erlebt, was Selbstwirksamkeit ist“. Das Ziel: ein angstfreier und respektvoller Umgang Den Wunsch, eine Ausbildung bei der Akademie für tiergestützte Pädagogik zu absolvieren, entwickelte Karina Swonke im Jahr 2009, als sie einen Informationstag des pme Familienservice zu diesem Thema besuchte. Kita- Leiterin Sabine Peters hat sie von Anfang an bei ihrer Idee unterstützt. „Wir betrachten Tiere als grundsätzlich förderlich für die Entwicklung“, sagt sie. „Unsere Kinder lernen, wie Hunde sich verhalten, und sie lernen auch, wie sie sich in ihrer Gegenwart verhalten sollen. Nicht immer können Kinder das in ihrem persönlichen Umfeld üben. Durch den tiergestützten Ansatz möchten wir schon früh darauf hinarbeiten, dass sie angstfrei und respektvoll mit Tieren umgehen“. Für ihr Vorhaben hat Karina Swonke viel Zeit investiert. Schon die Auswahl des Hundes musste sorgfältig bedacht werden: Er durfte weder zu klein noch zu groß sein. Schließlich fiel die Wahl auf Lotta. Der Cockerpoo hat nicht nur die richtige Größe, er haart auch nicht – ein wichtiges Kriterium für die Kita- Hygiene und ein Schutz vor allergischen Reaktionen. Ein Jahr lang hat Karina Swonke Lotta und die Kinder behutsam aneinander gewöhnt. Erst wenige Stunden in der Woche, dann tageweise und schließlich regelmäßig. Und im letzten halben Jahr hat sie neben der Arbeit mit Lotta die Akademie für Tiergestützte Therapie (SATTT) besucht. Dort hat sie das Bindungs- und Beziehungsverhalten des Hundes kennen gelernt, verstanden, wie er kommuniziert und Spiele wie das Lotta-Memory entwickelt. Emotionaler Türöffner „Die Ernsthaftigkeit, mit der Karina ihr Ziel verfolgt hat, hat nicht nur mich, sondern auch die Eltern überzeugt“, sagt Sabine Peters. „Sie waren alle genauso verzückt von Lotta wie wir“. Wohl auch, weil Hunde emotionale Türöffner und Motivatoren sind. „Kinder können mit ihnen ganz intensive Lernerfahrungen Lernen mit Lotta: ein tierisches Vergnügen machen“, erklärt sie. Zum Beispiel um ihre Merkfähigkeit zu steigern oder ihr soziales Verhalten zu trainieren. Für den Umgang mit Lotta gibt es klare und einfache Regeln. Und weil die Kinder wollen, dass es ihr gut geht, halten sie die Regeln auch ein. Sabine Peters ist selbst immer wieder überrascht, wie motivierend die vierbeinige Erzieherin ist: „Manchmal macht es uns fast ein bisschen neidisch, wie zugänglich und verantwortungsvoll die Kinder sind, sobald Lotta im Spiel ist. Wie leise sie sein können, wenn sie schlafen will. Oder wie bereitwillig sie akzeptieren, dass sie ihre Leckerlis nur zu bestimmten Gelegenheiten bekommt“. Birgit Schlepütz betreut für den pme Familienservice Münster die Presseund Öffentlichkeitsarbeit des Standorts. 28

Schwerpunkt: Tiergestützte Pädagogik | Text: Ulrike Rümker Wo der Wurm sich windet ... ... und die Schnecke kriecht Von Zeit zu Zeit tummeln sich krabbelnde, kriechende oder hüpfende kleine Untermieter in der Kita Energiebündel: Im eigens für sie eingerichteten Terrarium sind Schnecken, Würmer & Co. beherbergt. Die Kinder und Erzieherinnen pflegen und beobachten die Tiere regelmäßig. Einrichtungsleiterin Ulrike Rümker erzählt, warum die scheinbar unspektakulären Krabbel- und Kriechtiere für Kinder ungemein interessant sind. Es ist Frühling, und in unserem großen Garten strecken die ersten Blumen ihre Köpfe aus der Erde. Auch die verschiedenen Weichtiere und Insekten kommen jetzt aus ihren Winterverstecken. Wir wollen uns die Tierchen einmal genauer anschauen und gehen auf die Suche in unserem Garten und auf dem Gelände unseres Vertragspartners Mainova AG, wo es einen Teich und einen Kräutergarten gibt. Schon bald werden die Kinder fündig und zeigen begeistert auf Ameisen, Regenwürmer, Schnecken, Käfer und Spinnen. Wer wird wohl als nächstes bei uns zu Gast sein? Spannend: Tiere, die uns täglich begegnen Im Rahmen der tiergestützten Pädagogik haben wir uns für Tiere entschieden, die uns tagtäglich begegnen – auch außerhalb der Kita. Wir bereiten ihnen in unserem Terrarium eine artgerechte Umgebung, beobachten sie für einige Zeit und lassen sie dann wieder ins Freie. Zu Beginn unseres Projekts ließen wir für einen Monat Regenwürmer in unser Terrarium einziehen. Wir informierten uns vorher durch Bücher und Beobachtungen im Garten, welche Umgebung sie brauchen und wovon sie sich ernähren. Leider zeigten sie sich nicht allzu oft. Spannender war es da schon mit den Hain-Bänderschnecken, Schnirkelschnecken und Garten-Bänderschnecken, die danach bei uns einzogen. Hier gab es für die Kinder viele interessante Aufgaben: Sie füllten das Terrarium mit Sand und Erde und richteten es mit Rindenstückchen und Stöckchen ein. Von unserem Gärtner Herr Dasbach erfuhren wir, dass Schnecken Tagetes – auch bekannt als Studentenblume – lieben. Also pflanzten wir den Leckerbissen für sie in unserem Garten an und besorgten uns in der Tierhandlung noch Sepiaschalen, um die Schnecken mit Kalk zu versorgen. Nachwuchs bei den Schnecken! Mit dieser liebevollen Pflege fühlten sich unsere Schnecken so wohl, dass sie Eier legten. Bald darauf tummelten sich in unserem Terrarium unzählige Babyschnecken. Geplant war, die kleinen Weichtiere zum Spätsommer wieder zurück in den Garten zu bringen. Aus Sorge, dass die Babyschnecken sich im Herbst noch nicht selbst eingraben würden, um zu überwintern, versorgten wir die Tiere dann doch bis Auf die Schnecke gekommen zum Frühjahr im Terrarium. Die Kinder waren begeistert von allen kleinen und großen Schnecken. Sie überlegten bei ihren Mahlzeiten gerne, welche Gemüsesorten den Tieren schmecken könnten. Dank eigener Gemüsebeete konnten wir unseren kleinen Mitbewohnern immer wieder neue Dinge anbieten - Zucchini, Karotten oder Tomaten. Mit der tiergestützten Pädagogik möchten wir die Neugier der Kinder an allen Tieren aufgreifen und sie in ihrem Forschergeist bestärken. Wenn wir sehen, wie aufmerksam und achtsam die Kinder inzwischen durch die Natur gehen und sich über lange Zeit in die Beobachtungen von Spinnen, Grashüpfern, Schnecken und Co. vertiefen, wissen wir, dass unsere Herangehensweise ein voller Erfolg ist. Ulrike Rümker ist Diplompädagogin und systemische Beraterin (DGSF) und Einrichtungsleiterin der Kinderkrippe Energiebündel Hier finden Sie uns: www.familienservice.de/ lernwelten. 29

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