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klecks 1/2016

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klecks bietet Eltern und Erziehern das komplette Themenspektrum von Pädagogik bis Psychologie, von Gesundheit über Reisen bis hin zu Spieletipps und Veranstaltungsempfehlungen. klecks erscheint zwei Mal im Jahr und liegt in unseren pme-Kitas, Standorten und Filialen für alle Eltern & Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenfrei aus.

Schwerpunkt:

Schwerpunkt: Tiergestützte Pädagogik | Interview: Gabi Strasser Ein Leben ohne Tiere ... ... ist für mich undenkbar Christina Pahl hat ihre Liebe zu Tieren zum Beruf gemacht. Als Fachkraft für tiergestützte Intervention besucht sie mit ihren beiden Hunden unter anderem Privatklienten, Kitas, Schulen und Altersheime. Sie weiß, wie wichtig für Kinder der Kontakt mit Tieren ist. Brauchen Kinder Tiere? Für mich persönlich ist ein Leben ohne Tiere undenkbar. Schon immer haben Tiere uns Menschen begleitet. Zum einen natürlich in ihrer Rolle als Nutztiere, aber sie haben auch eine große emotionale Bedeutung, besonders für Kinder. Es gibt kaum ein Kind, das nicht von Tieren fasziniert ist, sich mit Kuscheltieren umgibt oder sich gerne Bilderbücher mit Tieren anschaut. Was lernen Kinder von Tieren? In der Beobachtung, in der Kommunikation und im Miteinander mit dem Tier können Kinder etwas über seine Herkunft und seine arteigenen Bedürfnisse erfahren. Kinder nehmen Tiere als wertvolle Wesen mit ebensolchen Empfindungen, Bedürfnissen und Verhaltensweisen wahr, wie sie selbst sie haben. Im Gegensatz zum zwischenmenschlichen Kontakt ist es allerdings viel einfacher, mit einem Tier in Kontakt zu kommen, eine Vertrauensbasis zu schaffen und Beziehungen aufzubauen – sie schenken uns Zärtlichkeit, Nähe und Geborgenheit, spenden Trost und lassen uns Sicherheit spüren. Die Begegnung zwischen Mensch und Tier schafft außerdem einen Raum für soziales Lernen durch Erleben: Im Kontakt mit dem Tier sind Kinder gefordert, Regeln für das Miteinander zu erkennen und einzuhalten. Im Rahmen der tiergestützten Pädagogik werden soziale Kompetenzen und emotionale Ressourcen wie Empathie, Verantwortungsbewusstsein, Fürsorge, Achtsamkeit, Verbundenheit, Mitgefühl und Toleranz gestärkt. Diese grundlegenden Fähigkeiten sind auch im Miteinander zwischen uns Menschen von großer Bedeutung und tragen zu einer ganzheitlichen und gesunden Entwicklung bei. Welche Tiere sind besonders für die tiergestützte Pädagogik geeignet? Generell eignen sich domestizierte Tiere besser als Wildtiere, weil sie an Menschen gewöhnt sind und den Kontakt mit Menschen häufiger als angenehm empfinden. Es kommt auch darauf an, wie die Einrichtung die Tiere einsetzen möchte und welche Möglichkeiten sie hat. Sollen Kinder die Tiere vor allem beobachten oder auch versorgen können? Ist es wichtig, dass sie auch mit den Tieren kommunizieren und sie berühren können? Möglich sind verschiedene Modelle. Ganz wichtig ist es, die arteigenen Bedürfnisse bezüglich der Haltung, der Ruhezeiten und des Soziallebens des jeweiligen Tieres zu beachten. Hamster beispielsweise sind nachtaktiv und lassen sich tagsüber kaum sehen. Auch Wüstenrennmäuse schlafen untertags immer wieder und brauchen deshalb einen ruhigen Platz, etwa in einem Nebenraum. Ich persönlich arbeite gern mit Hunden, denn sie sind mobil und vielfältig einsetzbar, häufig kontakt- und interaktionsfreudig sowie sensibel. Allerdings sind Hunde sehr arbeits-, pflege- und kostenintensiv und brauchen zum Ausgleich genügend Ruhezeiten und alternatives Programm. So bringt jede Tierart und jedes Individuum sein eigenes Päckchen an Grenzen und Möglichkeiten mit. Es liegt an uns, sie zu (er-)kennen. Letztlich kommt es weniger auf die Tierart, vielmehr auf die entsprechende Begleitung durch die pädagogische Fachkraft an. Haben Sie einen Tipp für Eltern, deren Kinder sich Tiere wünschen? Neben der sorgfältigen Auswahl des Tieres sollten sich Eltern bewusst sein, dass die Versorgung des Tieres an ihnen hängen bleiben wird. Kinder können und sollen zwar Verantwortung für das Tier übernehmen, brauchen dabei aber immer Begleitung und Unterstützung. In Tierheimen oder bei Tierschutzvereinen wird man häufig gut beraten, und dort warten viele Tiere auf ihre Familie. Manchmal ist es auch schön, ein Tier zunächst in Pflege zu nehmen, um zu schauen, ob es im Alltag Platz hat. Christina Pahl ist Sozialpädagogin, Erziehungswissenschaftlerin und Fachkraft für tiergestützte Intervention (zertifiziert nach ISAAT). Von 2014 bis 2015 war sie für den pme Familienservice als pädagogische Fachkraft in der Kita Kids World in Halle/Westfalen beschäftigt. Ihr Wissen zur tiergestützten Pädagogik bringt sie unter anderem auf den Fachtagen des pme Familienservice ein. 30

Aus der Praxis, für die Praxis | Text: Gabi Strasser „Ich will ein Haustier haben!“ Tipps zur Auswahl und Pflege sowie Alternativen zum eigenen Tier Ob Hamster, Goldfisch oder Hund: Fast jedes Kind wünscht sich irgendwann einmal ein eigenes Haustier. Die Anschaffung eines tierischen Weggefährten sollte jedoch gut überlegt sein. Die Haltung bringt eine große Verantwortung mit sich – für die Kinder und auch die Eltern. Aber nicht immer muss es gleich ein eigenes Haustier sein. Es gibt viele Wege, Kindern den Kontakt mit Tieren zu ermöglichen. Können und wollen wir ein Haustier halten? Manchmal ist der Wunsch nach einem eigenen Tier groß. Jedoch sollte der Schritt zum neuen Mitbewohner gut durchdacht sein. Überlegen Sie, ob Ihr Zuhause für ein Haustier geeignet ist. Wer kein Eigenheimbesitzer ist, muss bei größeren Tieren wie Katzen oder Hunden womöglich den Vermieter um Erlaubnis bitten. Ob Hund, Katze, Kaninchen oder Vogel: Seien Sie sich bewusst, dass fast jedes Tier einer intensiven Fürsorge bedarf. Dazu gehören das (mehrfache) tägliche Füttern und insbesondere Ansprache, Kuscheln und Streicheln. Bei Hunden muss zudem der tägliche, ausgiebige Spaziergang eingeplant werden. Das alles braucht Zeit. Nicht zu vergessen sind die Kosten: Zu den Anschaffungs- und Ausstattungskosten kommen jährliche Fixkosten für Futter, Impfungen und Tierarztbesuche auf Sie zu. Als Faustregel gilt: je größer das Tier, desto höher die Kosten. Welches Tier passt zu uns? Sind Sie unsicher, welches Tier es sein soll? Wichtige Kriterien sind das Temperament und die arteigenen Bedürfnisse: Hunde beispielsweise sind sehr auf Menschen fixiert und brauchen viel Zuwendung, Katzen dagegen wollen öfter ihre Ruhe haben. Viele Vogelarten sind ausgesprochen gesellig und brauchen einen Partner, Hamster sind nachtaktiv und bei Tag kaum zu sehen. Solche Bedürfnisse gilt es zu berücksichtigen, damit Tiere und Menschen glücklich sind. Wichtig: gute Pflege Zur Pflege gehören beispielsweise die Reinigung von Terrarien oder Aquarien, das Füttern oder auch die Fellpflege. Ein paar Faustregeln zur Hygiene: Aquarien sollten Sie alle zwei bis vier Wochen säubern, Vogelkäfige einmal wöchentlich mit Wasser reinigen und den Vogelsand möglichst täglich oder jeden zweiten Tag wechseln. Eine Katzentoilette muss sogar täglich gesäubert werden. Die beste Vorsorge gegen Krankheiten ist eine gesunde und artgerechte Lebensweise. Nager benötigen beispielsweise regelmäßig frische Äste, die sie benagen können, damit ihre Zähne gesund bleiben. Achten Sie besonders darauf, dass das Trinkwasser für die Tiere immer frisch und sauber ist, und informieren Sie sich beim Tierarzt, welche Impfungen und Kuren ratsam sind. Ob Hund, Katze, Kaninchen oder Vogel: Seien Sie sich bewusst, dass fast jedes Tier einer intensiven Fürsorge bedarf. Tipp: Das Kindermagazin Geolino widmet dem Thema Haustiere ein ganzes Sonderheft. Hier finden Sie auch den Test „Welches Haustier passt zu uns?“. 31

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