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klecks 1/2016

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klecks bietet Eltern und Erziehern das komplette Themenspektrum von Pädagogik bis Psychologie, von Gesundheit über Reisen bis hin zu Spieletipps und Veranstaltungsempfehlungen. klecks erscheint zwei Mal im Jahr und liegt in unseren pme-Kitas, Standorten und Filialen für alle Eltern & Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenfrei aus.

Die drei Welten des pme

Die drei Welten des pme Familienservice | Text: Gabi Strasser Ich muss mal! Expertentipps für eine stressfreie Sauberkeitserziehung Wann sollen wir mit der Sauberkeitserziehung beginnen? Und wie können wir sie fördern? Können wir dabei etwas falsch machen? Claudia Funke kennt als Erzieherin und Referentin des Workshops „Endlich windelfrei – Sauberkeitserziehung bei Kleinkindern“ die Fragen und Unsicherheiten von Eltern. Ihr Fazit: Orientieren Sie sich an Ihrem Kind – und bleiben Sie entspannt. Wann sollen wir mit der Sauberkeitserziehung beginnen? Auf diese häufige Frage gibt es keine pauschale Antwort, denn jedes Kind hat sein eigenes Entwicklungstempo. Ob ein Kind reif für den Abschied von der Windel ist, hängt nicht alleine von körperlichen Faktoren ab, sondern ist sowohl eine Frage der biologischen als auch der geistigen Entwicklung. Der Erwerb der Blasen- und Darmkontrolle ist abhängig von der biologischen Reifung (Entwicklung des Nervensystems) und der Bildung der Persönlichkeit (Selbstständigkeitsentwicklung). Zwei Aspekte sind bezüglich der biologischen Reifung bedeutsam: Das Zentrum für die Kontrolle der Schließmuskeln liegt im Frontalhirn, das nicht vor Beginn des dritten Lebensjahres reift. Zum anderen funktioniert die Darmkontrolle in der Regel früher als die der Blase. Ausschlaggebend für den Start der Sauberkeitserziehung ist aber die Entwicklungsstufe des Selbst. Von ihr hängt es ab, wie sehr das Kind von sich aus nach Kontrolle und Selbstständigkeit strebt. In der Regel entwickeln Kinder zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr immer stärker den Wunsch, unabhän- giger zu sein. Und der Abschied von der Windel ist ein großer Schritt aus der Abhängigkeit von den Eltern. Geduldig bleiben, Druck vermeiden Bleiben Sie entspannt! Wenn sich Kinder fremdbestimmt fühlen, kommt es häufig zu Konflikten und Machtkämpfen. So auch bei der Sauberkeitserziehung. Auf Druck reagieren manche Kinder mit Widerstand bis hin zur Verweigerung. Im Extremfall unterdrücken sie den Stuhlgang, was zu starken Schmerzen und Verstopfung führen kann. Häufig zeigt eine forcierte Sauberkeitserziehung erst viel später Auswirkungen. So kann es vorkommen, dass Kinder, die bereits trocken waren, im fünften oder sechsten Lebensjahr wieder einnässen. Der Prozess der Sauberkeitserziehung hat eine starke psychische Dynamik für das Kind, manchmal ist er auch mit Ängsten oder Konflikten verbunden. Manche Kinder versuchen ihre Ängste auszudrücken, indem sie naheliegende Gründe gegen den Toilettengang vorschieben („Der Weg zur Toilette ist mir zu dunkel!“). Oder sie fragen, was mit ihren Ausscheidungen passiert. Nehmen Sie das als Anlass, mit Ihrem Kind zu sprechen und ihm seine Ängste zu nehmen. Eine gute Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen, sind Bilderbücher (Buchtipps am Ende dieser Seite). Claudia Funke ist Sozialarbeiterin (BA) und Erzieherin. Sie arbeitet seit Sommer 2012 bei den Locomotion Kids in Düsseldorf. Früher Start bringt keinen Vorsprung Ein früher Beginn der Sauberkeitserziehung bedeutet nicht, dass das Kind früher „trocken“ ist. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass eine Sauberkeitserziehung, die vor dem 27. Lebensmonat beginnt, insgesamt länger dauert. 38

Jetzt kann es losgehen: Anzeichen für den richtigen Zeitpunkt Körperliche Voraussetzungen Das Kind kann gehen und sich selbst auf das Töpfchen setzen. Es hat regelmäßige Darmbewegungen, der Stuhlgang erfolgt in einem vorhersagbaren Zeitraum. Es hat trockene Zeiträume von zirka drei bis vier Stunden, in denen es nicht in die Windel einnässt. Es kann sich selbst die Hose hochund runterziehen. Geistige Voraussetzungen Das Kind will alles alleine machen und unabhängig sein. Es kann selbst sagen, dass es mal muss und die Ausscheidungen kindgemäß benennen. Es interessiert sich für die Toilette und will z. B. Erwachsene begleiten. Es möchte keine Windel mehr tragen, nasse oder beschmutzte Windeln sind ihm unangenehm. TIPPS FÜR EINE ERZIEHUNGSPART- NERSCHAFTLICHE SAUBERKEITS- ERZIEHUNG Respektieren Sie das wachsende Bedürfnis des Kindes nach Autonomie. Gestehen Sie jedem Kind sein eigenes Entwicklungstempo zu, vergleichen Sie es nicht mit anderen Kindern. Sprechen Sie mit den Betreuungspersonen in der Kita offen über das Thema, stimmen Sie sich mit ihnen über das Vorgehen ab, und tauschen Sie sich über aktuelle Geschehnisse aus. Lassen Sie dem Kind im Prozess des „Trockenwerdens“ Zeit, und bleiben Sie während der gesamten Phase und auch in einzelnen Situationen geduldig. Ziehen Sie dem Kind Kleidung an, die es leicht selbst an- und ausziehen kann, und geben Sie ihm ausreichend Wechselkleidung für die Kita mit – Missgeschicke sind somit kein Problem. Bilderbücher Was hast du in deiner Windel? Sandra Grimm Loewe Verlag, 2013 Der kleine Zauberer Windelfutsch Bärbel Spathelf Arbarello Verlag, 1999 Der kleine Klo-König Sandra Grimm Ravensburger Verlag, 2006 Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat Werner Holzwarth Peter Hammer Verlag, 2001 Ratgeber für Eltern So wird Ihr Kind sauber – windelfrei ohne Stress Claire Cross Dorling Kindersley, 2014 Mein Kind braucht keine Windel mehr. Trocken und sauber ohne Zwang Hans-Joachim Kreisel, Verena Zemme Urania Verlag, 2007 39

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