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klecks 2/2015

klecks bietet Eltern und Erziehern das komplette Themenspektrum von Pädagogik bis Psychologie, von Gesundheit über Reisen bis hin zu Spieletipps und Veranstaltungsempfehlungen. klecks erscheint ab sofort zwei Mal im Jahr und liegt in unseren Kitas, Standorten und Filialen für alle Eltern & Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenfrei aus.

Pädagogik | Text: Gabi

Pädagogik | Text: Gabi Strasser und Tanja Waigel Sexualität in den ersten Lebensjahren: Raus aus der Tabuzone Wie die Sprache oder die Motorik, entwickeln sich bei kleinen Kindern auch Körpergefühl und Sexualität. Und wie bei den ersten Schritten oder Worten, brauchen Kinder bei ihrer sexuellen Entwicklung liebevolle Begleiter. Kinder sind von Geburt an geschlechtliche Wesen mit körperlichen Wünschen, Bedürfnissen und Interessen. Das zeigt sich schon daran, dass sie es lieben zu kuscheln, berührt zu werden und den eigenen Körper zu berühren. Kinder trennen nicht zwischen Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und Sexualität. Für die gesunde Entwicklung des Kindes ist es wichtig, dass es mit seiner gesamten Persönlichkeit angenommen wird. In unseren Kitas nimmt die Sexualerziehung deshalb keine Sonderstellung ein, sondern ist Bestandteil der Sozialerziehung und Persönlichkeitsbildung. Von Körpererfahrungen mit Matsch Und Vater-Mutter-Kind-Spielen Wir fördern einen offenen Umgang mit kindlicher Sexualität. Dazu gehört für uns: Wir sensibilisieren die Kinder für die Wahrnehmung ihrer Gefühle, ihres Köpers und ihrer Identität. Wir sind offen für die Fragen der Kinder und beantworten sie ernsthaft und sensibel. Wir stellen den Kindern ausgewählte Bild- und Buchmaterialien zur Verfügung sowie Materialien, die unter dem Aspekt der Sexualentwicklung förderlich sind: Verkleidungsutensilien, Arztkoffer, Massagebälle, Rollen, Schwämme, Federn, Spiegel. Wir achten darauf, dass das persönliche Schamgefühl und die Grenzen von Kindern und Erwachsenen respektiert werden. Wir fördern einen gleichberechtigten Umgang zwischen Jungen und Mädchen. Wir ermöglichen den Kindern wichtige Körpererfahrungen durch Angebote mit Kleister, Fingerfarben, Lehm oder Matsch. Wir ermutigen Kinder, die Wahrung ihrer eigenen Körpergrenzen aktiv einzufordern und „Nein“ zu sagen, ganz nach dem Motto „Dein Köper gehört dir!“. „Eine gute Begleitung der Kinder in ihrer Sexualentwicklung ist Präventionsarbeit: Gut informierte Kinder sind in der Regel selbstbewusste Kinder, die in kniffligen Situationen ihre Grenzen leichter einfordern können. Ein offener und vertrauensvoller Umgang bestärkt die Kinder darin, sich bei Unsicherheiten an ihre Bezugspersonen zu wenden.“ 40

Psychosexuelle Entwicklung von Kindern ein kurzer Einblick 1. Lebensjahr In den ersten Lebensmonaten ist der Mund von besonderer Bedeutung. Kinder saugen nicht nur, um Nahrung aufzunehmen, sondern auch, um sich ein Wohlgefühl zu verschaffen. 2. Lebensjahr Zu Beginn des zweiten Lebensjahres entwickeln Kinder ein Bewusstsein für Körperausscheidungen und die dazugehörigen Zonen. Dazu gehört es auch, die eigenen Genitalien zu erkunden. In der zweiten Hälfte des zweiten Lebensjahres entwickeln Kinder ein Bewusstsein für das eigene Geschlecht und die eigene sexuelle Identität. 3. Lebensjahr In dieser Phase zeigt das Kind seinen eigenen Willen und übt seine Widerstandskraft. Für seine Persönlichkeitsentwicklung ist es wichtig zu erfahren, dass es selbst bestimmen darf, welche Berührungen es bekommen und geben möchte. 4. Lebensjahr Das Thema „Scham“ kann in diesem Alter an Bedeutung gewinnen. Bei Begegnungen mit anderen Menschen können körperlich-sexuelle Schamgefühle entstehen, wenn es z.B. um Nacktheit geht. Auch in dieser Phase sollten Kinder darin bestärkt werden, Grenzen zu setzen. 5. Lebensjahr Die Auseinandersetzung mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht erreicht eine neue Stufe. Kinder gestalten in Rollenspielen die soziale Dimension des Geschlechterverhältnisses, beispielsweise ahmen sie Vater oder Mutter nach. Das neu erwachte Interesse am Geschlechtlichen hat auch eine körperliche Dimension. Durch genaues Betrachten und zum Teil auch Berühren und Vergleichen anderer Kinder stellen Kinder Gemeinsamkeiten und Unterschiede fest. 6. Lebensjahr In dieser Phase konzentrieren sich viele Kinder stark auf das eigene Geschlecht und entwickeln mitunter überzogene geschlechtstypische Verhaltensweisen. Manche provozieren die Erwachsenen verstärkt mit sexuell gefärbten Witzen oder Sprüchen. Empfehlenswerte Bilder- und Vorlesebücher für Kinder von 1 – 6 Jahren Wir entdecken unseren Körper Doris Rübel, Ravensburger Buchverlag, 2011 Ein schön gestaltetes Buch mit Aufklappbildern, die Einblick in das Körperinnere des Menschen geben. Woher die kleinen Kinder kommen Doris Rübel, Ravensburger Buchverlag, 2010 Anschaulich wird erklärt, wie Kinder entstehen und sich während der Schwangerschaft entwickeln und was bei der Geburt geschieht. Peter, Ida und Minimum Grethe Fagerström, Gunilla Hansson, Ravensburger Buchverlag, 2010 Ein echter Aufklärungsklassiker! In einer Comic-Geschichte wird erzählt, wie die Familie Lindström ein drittes Kind bekommt. Gefühle sind wie Farben Aliki, Beltz & Gelberg, 2008 Die Bildergeschichten über die unterschiedlichen Gefühle von Kindern bieten gute Anlässe, über Gefühle zu sprechen. 41

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