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Klecks Magazin 2/2016

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Schwerpunkt: Forschen

Schwerpunkt: Forschen und Experimentieren | Text: Gabi Strasser Ist doch logisch! Kinder erforschen die Welt Für Kinder ist unsere Welt voller Wunder. Vieles, was für uns alltäglich ist, entdecken sie zum ersten Mal und nehmen es genau unter die Lupe. Schon kleine Kinder wollen den Dingen auf den Grund gehen – Anlässe zum Forschen und Experimentieren gibt es im Kita-Alltag zuhauf. Die kleine Mia will gerade einen Löffel Suppe essen – pling, fällt der Löffel auf den Boden. Eine alltägliche Situation, die auch der Beginn einer interessanten Lerneinheit sein kann. Nämlich dann, wenn Mia fragt, warum der Löffel eigentlich immer nach unten fällt und nie nach oben. Gehen Erwachsene auf die Frage ein, sind Kinder schon mittendrin im Thema Naturwissenschaften. Den Geheimnissen der Welt auf der Spur Schon kleine Kinder verstehen Kausalitäten und stellen Hypothesen auf: „Wenn ich das mache, dann passiert das“. Ebenso bilden sie gedanklich Analogien ( „Das ist genauso wie …“). Es geht nicht darum, dass Kinder nach Erwachsenenverständnis „richtige“ Erklärungen für bestimmte Phänomene lernen, sondern dass sie ein Verständnis für Zusammenhänge in der Natur entwickeln. Dafür bietet sich die Methode des Experimentierens hervorragend an. Björn Seehausen ist Erzieher und unter anderem Netzwerkkoordinator für das „Haus der kleinen Forscher“. Für ihn ist Forschen mit Kindern eine einfache Sache: „Kinder entdecken spielend die Welt, ganz nach dem Motto ‚Sehen – Staunen – Ausprobieren’. Überall passiert etwas, und Kinder wollen diese Geheimnisse der Welt ergründen. Warum schwimmt ein Blatt in der Pfütze? Warum fliegen Schmetterlinge? Solche Fragen von Kindern kennen wir alle. Als Erwachsene neigen wir dazu, ausführliche Erklärungen liefern zu wollen. Aber das brauchen Kinder nicht. Mit einer interessierten Haltung und offenen Fragen wie etwa ‚Was denkst du denn?’ oder ‚Was beobachtest du?’ regen wir die Kinder an, ihre eigenen Gedanken und Ideen zu entwickeln“. Den Forschergeist wecken: Kleckern erlaubt So vielfältig die Anlässe zum Forschen und Experimentieren sind, so vielfältig sind auch die Methoden, mit denen wir in den pme-Kitas forschen. Es beginnt damit, dass wir ein Interesse bei Kindern beobachten und spontan darauf eingehen. Komplexere Themenstellungen greifen wir im Rahmen von Projekten auf. Zwei Beispiele aus unseren Kitas sollen Ihnen Einblicke bieten und Anregung sein: Welche interessanten Erfahrungen mit einem Alltagsprodukt wie Mehl möglich sind, zeigt das Beispiel „Kids & Co. Frankfurt: ein Mehlbad in der Forscherwiese“. Wie das Interesse der Kinder den Anstoß für ein spannendes Projekt geben kann, lesen Sie im Beispiel „Bülowkids Stuttgart: eine Forscherreise mit Schläuchen und Wasser“. Dabei sind wir aufmerksam für die Interessen, Fragen und Ideen der Kinder und sorgen für eine Umgebung, die zum Experimentieren anregt. Dazu gehören inspirierende Materialien wie „Kinder entdecken spielend die Welt, ganz nach dem Motto ‚Sehen – Staunen – Ausprobieren‘.“ etwa Gefäße, Lineale, Waagen, Naturmaterialien und Alltagsgegenstände. Und natürlich Platz zum Ausprobieren sowie Erwachsene, die auch dann entspannt bleiben, wenn gekleckert und gematscht wird. 12

Bülowkids Stuttgart: Eine Forscherreise mit Schläuchen und Wasser Die kleinen Forscher der Bülowkids experimentieren gerne mit den unterschiedlichsten Dingen. Eine Zeit lang waren die Kinder besonders von Rohren angetan. Daraus entstand das Projekt „Forschen mit Schläuchen und Wasser“. Melany Meyer und Michaela Hack von den Bülowkids berichten. Sieben Kinder zwischen zwei und vier Jahren machten bei unserer Projektgruppe mit. Zunächst wollten wir anhand von Materialimpulsen Forscherfragen der Kinder finden. Dazu stellten wir ihnen bekannte Gegenstände wie Rohre, Schläuche, Muggelsteine, Gießkannen, Vogelsand, Haushaltsgummis, Murmeln aus Holz und Glas und Kisten in verschiedenen Größen bereit. Zusätzlich machten wir die Kinder mit neuen Materialien bekannt, um ihnen neue Impulse zu geben. Die erste Frage der Kinder war: „Können wir Wasser haben?“. Das bekamen sie, und zwar ganz viel. Damit die kleinen Forscher genügend Platz für ihre Experimente hatten, gingen wir in den Garten. Schon bald kristallisierten sich zwei wichtige Themen heraus: Vier Kinder wollten herausfinden, welche Materia- lien schwimmen können, drei Kinder machten sich daran, Rohre und Schläuche miteinander zu verbinden. Und so ergaben sich zwei Forscherfragen: „Was kann alles schwimmen? Und schwimmt es auch noch, wenn es aus der Höhe ins Wasser fällt?“ und „Wie kann man die Rohre zusammenmachen?“. Warum kommt kein Wasser aus dem Schlauch? Damit alle Kinder ihrer Frage nachgehen konnten, bildeten wir zwei Gruppen. Die Rohrgruppe ging mit Melany in den Forscherraum und überlegte, womit man die Schläuche verbinden kann. Ein Kind sagte: „Wir brauchen Tesa!“. Damit klebten wir die Schläuche zusammen und ließen Wasser durch den zusammengeklebten Schlauch laufen. Leider geschah nicht viel, weil der Schlauch auf dem Boden lag. Das Ende, aus dem das Wasser kommen sollte, hing in eine Kiste. Zudem war der Schlauch sehr lang geworden. „Warum kommt da nix raus?“, wollten die Kinder wissen. „Wir brauchen noch mehr Wasser!“. Die Kinder schütteten noch mehr Wasser in den Schlauch. Ein Kind entdeckte eine Glasmurmel. „Die muss da auch rein“. Gesagt, getan. „Wo ist die Murmel jetzt?“, wollten die Kinder wissen, als die Murmel nicht wieder rauskam, und schauten in den Schlauch. Die Höhe macht’s Zufällig wurde der Schlauch dabei hochgehalten. Das Wasser darin bewegte sich, und etwas davon landete in der Kiste. „Schau mal, da kommt Wasser! Kannst du Von hoch oben läuft es besser das noch höher halten?“. Auf einmal kam viel Wasser heraus. Warum? „Wenn man das hochhält, geht’s“, stellten die Kinder fest. Wir gingen in den Garten und befestigten den Schlauch mit Klebeband an einem Treppengeländer. Dann schütteten wir von oben Wasser hinein. „Schau mal, da ist die Murmel!“, sagte ein Kind lachend. Im Nu war die Murmel wieder im Schlauch verschwunden. „Komm, wir lassen sie nochmal raus“. 13

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