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Klecks Magazin 2/2016

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klecks bietet Eltern und Erziehern das komplette Themenspektrum von Pädagogik bis Psychologie, von Gesundheit über Reisen bis hin zu Spieletipps und Veranstaltungsempfehlungen. klecks erscheint zwei Mal im Jahr und liegt in unseren pme-Kitas, Standorten und Filialen für alle Eltern & Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenfrei aus.

Blog | Text: Christin

Blog | Text: Christin Müller Wenn das Mutter- Monster in mir erwacht Ein Jahr Kita voller innerer Höhen und Tiefen Aktuelle Infos, Trends und News: Auf dem Familienservice-Blog finden Sie ab sofort jede Menge Neuigkeiten zu den Themen, die uns beschäftigen: Work-Life-Balance, Gesundheit, Pflege, Elternwerden und Kindsein. Heute: Wie mein erstes Kita-Jahr verlief (und das meines Kindes). Lesen Sie, wie eine lässige Jungs-Mutti zum Mutter-Monster avanciert und wieder zu sich findet. Alle Eltern kennen ihn. Einige fürchten ihn, einige fiebern ihm entgegen: der erste Kita-Tag. Bei mir war es eine Mischung aus beidem. Einerseits freute ich mich darauf, endlich wieder in die Arbeitswelt einzutauchen und nicht mehr nur das 24-Stunden-Muttertier sein zu müssen. Andererseits hatte ich fürchterliche Angst davor, dass sich mein Kind nicht zurechtfindet, keine Freunde kennenlernt und – ganz schlicht – sich nach mir sehnt. Zu Beginn war ich, trotz einiger Höhen und Tiefen in der Eingewöhnungszeit, positiv gestimmt. Doch nach und nach bröckelte die Fassade. Als ich merkte, dass ich den kleinen Knirps ganz schön vermisste, schwand mein anfänglicher Optimismus von Tag zu Tag. Das Problem mit der übertriebenen Fürsorge Ich hatte mich immer für ziemlich cool gehalten, auch als Mutter. Aber ich glaube, dass ich eine ganz schöne Nervensäge – vor allem dem Kita-Personal gegenüber– sein kann. Schon die kleinsten Kleinigkeiten ließen mich anfänglich zweifeln. Trinken die Kinder genug? Mein Sohn hat nach der Kita immer riesigen Hunger – bekommt er dort genug zu essen? Wo ist der rechte Hausschuh schon wieder hingekommen, und warum trägt er die falsche Jacke? Ich habe doch extra drei unterschiedlich dicke Jacken an den Haken gehängt. Und wo kommt eigentlich der (zugegebenermaßen sehr kleine, aber doch sichtbare) blaue Fleck an seinem Arm her? Das war bestimmt wieder Ben. Der kratzt und haut ja immer. Mein armer Junge kann sich doch noch nicht so gut durchsetzen. Zum Glück gab es ja noch die Arbeit, die mich zumindest für ein paar Stunden ablenkte. In der restlichen Zeit drehten meine Gedanken Extrarunden. Ich stellte mir vor, wie er mit voller Windel, hungrig und durstig alleine in der Ecke hockte und ganz leise nach mir rief. Doch bevor die Gedanken überhandnahmen, kam ich zu mir und schüttelte die Bedenken ab. Zum Glück. Denn das Bild, das sich mir am Nachmittag in der Regel bot, war ein ganz anderes. Einträchtig spielte er mit den anderen kleinen Kerlchen. Er kochte zusammen mit Max in der Spielküche, verkleidete sich als Prinzessin oder Löwe, spielte Telefonieren mit Oma oder hangelte sich mit Luna von einem Turngerät zum nächsten. Dabei jauchzte und grunzte er glücklich. Ein Jahr ist fast vorbei: Das Kitakind ist ganz schön groß geworden. „ich hatte das Gefühl, endlich mal loslassen zu können.“ 26

Jetzt neu! Unser Blog Finden Sie diesen und weitere spannende Artikel auf dem pme Familienservice BLOG. www.familienservice.de/blog Endlich angekommen Nach einem halben Jahr hatte ich den Eindruck, dass er angekommen war. Das Feedback seiner Erzieherinnen zu seinem Entwicklungsstand war durchweg positiv, und ich hatte das Gefühl, endlich mal loslassen zu können und nicht mehr alles infrage zu stellen. Heute freue ich mich sehr, wenn er mir aufgeregt erzählt, dass er Ball gespielt und Kresse gepflanzt hat und dass Lisa, seine Erzieherin, ganz lieb zu ihm ist. Er hat schon tolle Bilder gemalt und ist stolz auf seine Toilettengänge. Er singt mir Lieder vor, von der Sonne und dem Bus. „Es ist schön zu sehen, wie ein Kind seinen Weg findet, auch wenn Mama nicht die ganze Zeit dabei ist.“ Und was mich betrifft: Ich habe gemerkt, dass es einfach nichts bringt, seine Sorgen überhandnehmen zu lassen. Besser ist, das direkte Gespräch zu suchen. Dann ist nämlich alles nur noch halb so wild. Es ist schön zu sehen, wie ein Kind seinen Weg findet, auch wenn Mama nicht die ganze Zeit dabei ist. Man lernt nie aus Für mich bedeutete das erste Kita- Jahr viel Selbstreflexion. Ich habe panische Seiten an mir entdeckt, die ich abschreckend fand. Aber vielleicht muss eine Mutter erst diese Erfahrungen machen, um sich selbst zu verstehen und sich eher von außen betrachten zu können. Dann stellt sich nach und nach das nötige Vertrauen ein – in die Fähigkeiten des eigenen Kindes und in dessen Bezugspersonen. Ich bewundere den Elan, mit dem die Erzieherinnen und Erzieher diesen Beruf täglich ausüben, wie liebevoll sie sich um mein Kind kümmern und es in seiner Entwicklung fördern und bestärken. Bald geht‘s los: Unsere Redakteurin Christin Müller und ihr Sohn freuen sich auf die Kita 27

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