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Klecks Magazin 2/2016

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klecks bietet Eltern und Erziehern das komplette Themenspektrum von Pädagogik bis Psychologie, von Gesundheit über Reisen bis hin zu Spieletipps und Veranstaltungsempfehlungen. klecks erscheint zwei Mal im Jahr und liegt in unseren pme-Kitas, Standorten und Filialen für alle Eltern & Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenfrei aus.

Pädagogiktipps für

Pädagogiktipps für Eltern | Text: Claudia Funke Pädagogische Fachkräfte und Eltern – ein starkes Team In der Kita Locomotion Kids verfolgen wir das Prinzip der Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. In Entwicklungsgesprächen und in täglichen Tür- und Angelgesprächen tauschen wir uns mit den Eltern regelmäßig über Beobachtungen aus, um einen gemeinsamen Weg zu finden. Hilfreich: ein veränderter Blick auf das Kind Ihr Kind wird „groß“ – freuen Sie sich darüber! Denn die Entwicklungsfortschritte in diesem Alter sind doch in den meisten Fällen viel gewichtiger als das vermeintlich störende Verhalten des Kindes. Und mit der Perspektive, dass das Verhalten eben nicht stört, sondern sogar wichtig ist und immense Lernfelder beinhaltet, fällt diese veränderte Sichtweise sicher auch leichter. Tipps für den Umgang mit aggressivem Verhalten „Ein Zweijähriger verfügt noch nicht über die Fähigkeit der Selbstregulation oder Impulskontrolle.“ In der Beratung der Eltern steht für mich immer im Vordergrund, das Kind bzw. sein Verhalten nicht negativ zu bewerten, sondern zu hinterfragen, was der „gute Grund“ hierfür ist. Und dieser ist oft Ausdruck der kindlichen Entwicklung. Kinder kommen mit dem zweiten Lebensjahr in die Phase der Autonomie (anders als der Begriff „Trotzphase“ beinhaltet dieser Ausdruck bereits die andere Perspektive auf das Kind). Ihr Kind wird immer mehr zu einem eigenständigen Individuum. Es bekommt seinen „eigenen Kopf“ – mit eigenen Bedürfnissen und Wünschen, die es durchsetzen möchte. Es traut sich immer mehr zu und möchte immer mehr Dinge alleine machen. Welche Freude es ist, zu beobachten, wie viel ihm dann auch gelingt und wie dadurch sein Selbstbewusstsein gestärkt wird! Hierauf möchte ich den Fokus der Eltern richten. Versuchen Sie zu verstehen, was der gute Grund für das Verhalten Ihres Kindes ist. Versprachlichen Sie an seiner statt, welche Gefühle es gerade selbst erlebt und welche Gefühle es damit beim anderen Kind verursacht. Fassen Sie im Alltag Ihre eigenen Emotionen in Worte, zum Beispiel an der Supermarktkasse: „Mensch, da hat sich jemand vorgedrängelt, das ärgert mich aber!“. So lernt Ihr Kind, seine Emotionen zu benennen. Verlieren Sie nicht aus den Augen, was Ihrem Kind schon alles gelingt. Ihr Kind ist nicht nur das Kind, das in der Kita immer schubst, sondern beispielsweise auch das Kind, das jüngeren Kindern den herausgefallenen Schnuller wieder gibt. Bleiben Sie bei Interventionen ruhig und klar und in Ihrer Ansprache kindgerecht. Bieten Sie Lösungsvorschläge an. Betrachten Sie gemeinsam Bilderbücher, die diese Thematik aufgreifen. Wenden Sie sich bei Unsicherheiten oder Fragen an die pädagogischen Fachkräfte der Kita Ihres Kindes. 34

Kindertagespflege | Text: Gabi Strasser Kindertagespflege Hochwertige Betreuung mit „Kuschelfaktor“ Geht es um den Ausbau der Kinderbetreuung, ist meist von Kitas die Rede. Ein mindestens genauso wichtiger Baustein ist die Kindertagespflege. Tagesmütter und Tagesväter leisten Großes, denn sie verbinden hochwertige Pädagogik mit individueller, familiennaher Betreuung in kleinen Gruppen. klecks beantwortet die wichtigsten Fragen zur Kindertagespflege. Was genau ist Kindertagespflege? Bei der Kindertagespflege werden Kinder entweder im Haushalt der Tagespflegeperson (Tagesmutter), im Haushalt der Eltern oder in dafür eigens angemieteten Räumen betreut. Die meisten Tagesmütter sind freiberuflich tätig und zahlen ihre Sozialabgaben und Steuern selbst. Die gesetzliche Grundlage für die Kindertagespflege ist das Kinderund Jugendhilfegesetz § 22-24 SGB VIII. Hier heißt es: „Die Kindertagespflege soll die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern. Dies umfasst die Betreuung, Erziehung und Bildung des Kindes“. Wie sind die Kosten? Die Betreuungskosten sind je nach Region oder Kommune sehr unterschiedlich und von der öffentlichen Förderung abhängig. In der Regel erhalten Tagespflegepersonen das Betreuungsgeld von den Kommunen, die Eltern zahlen einen Beitrag direkt an das Jugendamt. Welche Qualifikationen haben Tagesmütter? Tagespflegepersonen brauchen eine Pflegeerlaubnis vom Jugendamt. Um diese zu erhalten, müssen sie ihre persönliche Eignung und geeignete Räumlichkeiten nachweisen können und eine umfangreiche Qualifizierungsmaßnahme besucht haben. Inhalte dieser Qualifizierung sind zum Beispiel rechtliche Grundlagen, Pädagogik und Psychologie, Pflege und Gesundheit, Bildung und Förderung von Kindern, Kommunikation und Kooperation. Einige Tagesmütter waren vorher im pädagogischen Bereich tätig und sind zum Beispiel ausgebildete Erzieherinnen oder Kinderpflegerinnen. Wann ist Kindertagespflege besonders geeignet? Besonders für Kinder unter drei Jahren ist die Kindertagespflege wegen ihrer familiären Atmosphäre beliebt. Doch auch für größere Kinder kann die individuelle Betreuung vorteilhaft sein. Auch als Ergänzung zu einer Kindertageseinrichtung oder zur Schule ist die Kindertagespflege geeignet. Was spricht besonders für die Kindertagespflege? Der große Vorteil der Kindertagespflege sind die kleinen Gruppen, denn eine Tagespflegeperson kann maximal fünf Kinder gleichzeitig betreuen. So ist die Betreuung sehr familiär, jedes Kind bekommt viel Aufmerksamkeit von der Tagesmutter und knüpft eine enge Beziehung zu den anderen Kindern. Auch flexible Betreuungsabsprachen sind in der Kindertagespflege eher möglich. Wie werden Kinder in der Kindertagespflege gefördert? Wie in einer Kita werden in der Kindertagespflege pädagogische Angebote durchgeführt, zum Beispiel aus den Bereichen Bewegung, Sprache, Spielen und soziale Kompetenz, ästhetische Bildung, Fantasie und Kreativität oder Natur. Darüber hinaus erwerben die Kinder durch den familiären Rahmen der Kindertagespflege vielerlei Alltagskompetenzen. Man hört immer nur von Tagesmüttern – gibt es auch Tagesväter? Tatsächlich sind die meisten Tagespflegepersonen Frauen, Tagesväter sind eher selten (laut Zahlen des Deutschen Jugendinstituts 3,3 % im Jahr 2015). Wie finde ich eine Tagesmutter oder einen Tagesvater? Falls Ihr Arbeitgeber einen entsprechenden Vertrag mit dem pme Familienservice hat, wenden Sie sich einfach an Ihren Familienservice-Standort. Ansonsten kann Ihnen Ihr örtliches Jugendamt weiterhelfen. 35

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