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Klecks Magazin 2/2016

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klecks bietet Eltern und Erziehern das komplette Themenspektrum von Pädagogik bis Psychologie, von Gesundheit über Reisen bis hin zu Spieletipps und Veranstaltungsempfehlungen. klecks erscheint zwei Mal im Jahr und liegt in unseren pme-Kitas, Standorten und Filialen für alle Eltern & Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenfrei aus.

Wissenswertes für

Wissenswertes für Berufstätige | Text: Carolin Mayonga Im Überblick: Elterngeld und ElterngeldPlus Carolin Mayonga Seit einem Jahr gibt es nun das neue Elterngeld mit dem ElterngeldPlus. Und es wird immer beliebter: Im ersten Quartal 2016 haben sich bereits 17,4 % der Eltern für das ElterngeldPlus entschieden, Tendenz steigend. Doch was ist der Unterschied zwischen Elterngeld und ElterngeldPlus? Und was sollten Eltern beachten? Unsere Elternberaterin Carolin Mayonga beantwortet die wichtigsten Fragen. Habe ich Anspruch auf Elterngeld? In der Regel haben alle Mütter und Väter, die mit ihrem Kind in einem Haushalt leben und es nach der Geburt selbst betreuen und erziehen (Sorgerecht), einen Anspruch auf Elterngeld. Das heißt nicht, dass Sie nicht arbeiten dürfen – allerdings maximal 30 Stunden pro Woche. Außerdem müssen Sie Ihren Wohnsitz oder Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. Angehörige von Mitgliedstaaten der EU, des EWR und der Schweiz haben ebenso wie Deutsche nach dem Recht der EU in der Regel dann einen Anspruch auf Elterngeld, wenn sie in Deutschland erwerbstätig sind oder in Deutschland wohnen. Wie lange kann ich Elterngeld (Plus) bekommen? Die Elterngeldzahlungen folgen der Logik der Lebensmonate. Möchten beide Eltern Elterngeld beziehen, steht ihnen für das Basiselterngeld ein Kontingent von 14 Monaten zur Verfügung, die sie frei untereinander aufteilen können. Ein Elternteil kann immer mindestens zwei und maximal 12 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen. Dabei müssen beim Basiselterngeld alle Elterngeldmonate auch innerhalb der ersten 14 Lebensmonate genutzt werden. Da beim ElterngeldPlus ein längerer Bezugszeitraum gilt, kann es auch nach dem 14. Lebensmonat des Kindes noch bezogen werden. Wie hoch wird mein Elterngeld sein? Wie wird es berechnet? Als Faustregel gilt, dass das Elterngeld ab einem durchschnittlichen Nettoeinkommen von 1.200 Euro monatlich zirka 65 Prozent ersetzt. Ist das Durchschnittseinkommen niedriger, steigt die Ersatzrate an, so dass bei einem Minijob zum Beispiel fast 90 % ersetzt werden. Bemessungsgrundlage ist der Durchschnittsverdienst der letzten 12 voll abgerechneten Monate vor der Geburt des Kindes. Sind Sie voll oder auch nur teilweise selbstständig oder haben ein Gewerbe, verschiebt sich Ihr Bemessungszeitraum auf den letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum vor der Geburt des Kindes (siehe Steuerbescheid). Den Elterngeldstellen müssen Sie jedoch zunächst Ihr steuerpflichtiges Bruttoeinkommen nachweisen. Daraus errechnet sich dann mit Hilfe von Pauschalsätzen für Steuern und Versicherungen und abzüglich einer Werbungskostenpauschale das maßgebliche Elterngeldnetto. Was genau ist das ElterngeldPlus? Das Elterngeld als Entgeltersatzleistung soll Ihnen wegfallendes Einkommen ersetzen. Sobald Sie in Teilzeit (oder durch bleibenden Firmenwagen, Urlaubsentgelt etc.) etwas verdienen, reduziert dies Ihr wegfallendes Einkommen und somit die Bemessungsgrundlage für das Elterngeld. Die Ersatzrate gibt es dann nur noch auf die Differenz zwischen Elterngeldnetto vor der Geburt und dem Elterngeldnetto in Teilzeit. Somit haben Eltern, die während des Elterngeldbezuges Teilzeit arbeiten wollten, 46

„Aus meiner Erfahrung als Elternberaterin weiß ich: Je besser informiert, desto passender können Elternzeit und Wiedereinstieg geplant werden.“ Carolin Mayonga, Elternberaterin beim pme Familienservice Umfassende Beratung rund um das Elternwerden und Elternsein Im Rahmen unseres Angebots Elternberatung bieten wir für Beschäftigte unserer Vertragsunternehmen mit entsprechendem Vertrag umfassende Beratung zu allen Fragen zum Elterngeld sowie zu allen Themen rund um Erziehung und Familie. mit dem bisherigen Elterngeld viel Geld verloren. Das ElterngeldPlus schließt genau diese Lücke und ermöglicht einen längeren Elterngeldbezug mit weniger Verlust. Wie wird das ElterngeldPlus berechnet? Wann lohnt es sich? Das ElterngeldPlus wird genau so berechnet wie das Basiselterngeld – allerdings werden hier aus einem Basismonat zwei Monate ElterngeldPlus. Das Geld, das früher bei Teilzeit in einem Basismonat gezahlt wurde, steht nun also für den doppelten Zeitraum zur Verfügung. Das ElterngeldPlus darf allerdings maximal halb so hoch sein wie der Betrag eines Basismonats. Basiselterngeld und ElterngeldPlus können auch kombiniert werden, zum Beispiel wenn Sie nach einer Familienpause von einem halben Jahr Teilzeit arbeiten. Somit lohnt sich das ElterngeldPlus vor allem für Eltern, die bereits während des Elterngeldbezuges einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen wollen. Sind Partnermonate und Partnerschaftsbonus dasselbe? Nein. Unter Partnermonaten versteht man in der Regel die zwei Extramonate Elterngeld, die nur bezahlt werden, wenn beide Elternteile das Elterngeld beziehen (ansonsten würde ein Elternteil nur 12 Monate lang Elterngeld bekommen). Der Partnerschaftsbonus ist neu. Damit werden Eltern unterstützt, die sich die Betreuung und Erziehung des Kindes partnerschaftlich teilen und beide Teilzeit arbeiten. Für Eltern, die über einen Zeitraum von vier Monaten ihre Arbeitszeit gleichzeitig auf 25 bis 30 Wochenstunden reduzieren, gibt es den Partnerschaftsbonus in Form von jeweils vier Monaten ElterngeldPlus. Der Partnerschaftsbonus kann zeitlich an den Elterngeldbezug von mindestens einem der beiden Elternteile anknüpfen, kann aber auch davor oder dazwischen eingeschoben werden. Ich bekomme mein zweites Kind – wie errechnet sich hier das Elterngeld? Bei der Ermittlung Ihres Bemessungszeitraums (in der Regel die letzten 12 Monate vor dem Mutterschutz/vor der Geburt) werden solche Monate ausgeklammert, in denen Sie entweder Mutterschaftsgeld oder Elterngeld erhalten haben. Haben Sie zum Beispiel in den 12 Monaten vor der Geburt noch vier Monate lang Elterngeld für Ihr erstes Kind erhalten, werden diese nicht berücksichtigt, und es werden vier Monate aus dem Zeitraum vor der Geburt des vorigen Kindes in die Berechnung einbezogen. Natürlich werden auch Monate mit Bezug von Elterngeld- Plus ausgeklammert, allerdings nur bis zum 14. Lebensmonat berücksichtigt. Danach gilt dasselbe wie bei Elternzeit ohne Elterngeldbezug: Haben Sie nichts verdient, gehen die Monate mit 0 in die Durchschnittsberechnung ein. Muss ich das Elterngeld versteuern? Nein, das Elterngeld selbst ist eine Entgeltersatzleistung und somit steuerfrei. Allerdings unterliegt es – genau wie das Mutterschaftsgeld – dem Progressionsvorbehalt. Durch den Bezug von Elterngeld kann sich also Ihr Steuersatz erhöhen, das Elterngeld selbst wird aber nicht versteuert. 47

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